Theologie mit Wurzeln und Flügeln
Europa erlebt heute ihre tiefste religiöse Krise. Längst ist die Rede vom nachchristlichen Europa in aller Munde. Diese Krise ist zu allererst eine Krise der Führung in christlichen Gemeinden, Verbänden und Werken. Und somit eine Krise der theologischen Ausbildung.
Zwischen der Glaubenspraxis und der Glaubenstheorie, wie sie von den Kanzeln der Universitäten und Kirchen gelehrt wird, klafft ein tiefer garstiger Graben. Die evangelikale Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa (GBFE) schickt sich an, diesen Graben zu überwinden. Es geht um eine Bildung, die Theologie als Handlungswissenschaft begreift, um theologische Forschung, die alle Lebensbereiche erfasst und bewusst Grenzen zu den anderen wissenschaftlichen Disziplinen überschreitet.
Das Bild von den Wurzeln und Flügeln verdeutlicht die Zielsetzung am besten. Die GBFE will ihren Studierenden tiefe Wurzeln in Schrift und Glaubensbekenntnis verleihen. Gleichtzeitig geht es aber darum, jene Freiheit einer christlichen Existenz zu entdecken und zu praktizieren, die missionarisch Grenzen überschreitet und angstfrei ist, allen Menschen, egal woher und mit welcher Art von Überzeugungen sie kommen, offen zu begegnen. GBFE will theologische Ausbildung missional im Kontext betreiben.
Prof. Dr. Johannes Reimer, Vorsitzender GBFE
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